Die HNT feiert Geburtstag: 100-Kilometer-Lauf auf der B73

Hamburg / Hausbruch. Mit einer großen Festwoche feiert in diesen Tagen die Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft ihr 100-jähriges Jubiläum. In diesem Zusammenhang fand am Sonntag auf der Bundestraße 73 ein 100-Kilometer-Lauf statt. Als Einzelläufer oder in Staffeln gingen die Teilnehmer noch im Trockenen an den Start. Später kam dann der Regen.

Ein bisschen müde wirkte sie schon. Aber eigentlich war dafür gar keine Zeit, denn die Tische in der Verpflegungsstelle waren noch vollkommen leer. Und so fingen Mareike Ternité und die andern Helfer an, nach und nach Bananen, Energieriegel und Kekse auszupacken. Es war der Feinschliff einer langen Vorbereitung, die für alle Beteiligten schon am Vortag begonnen hatte. „Angefangen haben wir gestern um 14 Uhr“, berichtete Ternité. Eine lange Nacht und wenig Schlaf später war fast alles bereit für den 100-Kilometer-Lauf.

Das große Lauf-Event auf der gesperrten Bundesstraße 73 ist eines der Highlights in der Festwoche der Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft (HNT). Vom 17. bis 26. Juni feiert der Traditionsverein aus dem Hamburger Süden sein 100-jähriges Bestehen. Geboten wird ein Programm mit über 20 verschiedenen Veranstaltungen. Eine davon war am Sonntag der 100-Kilometer-Lauf, organisiert und durchgeführt von der Leichtathletik-Abteilung der HNT, der LG HNF Hamburg.

Zahlreiche Einzelläufer und Staffeln gingen an den Start

Es war kurz vor 6 Uhr, als sich die ersten Teilnehmer im Start- und Zielbereich versammelten. Sie stellten sich einer ganz besonderen Herausforderung. Alle 30 Athleten hatten das Ziel, die 100 Kilometer am Stück zu absolvieren. Unter ihnen war auch Monika Belau. Für die 56-jährige Ultraläuferin vom Harburger SC war es schon der zehnte Start über diese Distanz. Auf eine solche Erfahrung konnte aber nicht jeder Teilnehmer zurückblicken. Für Frank Schliefkowitz war es eine Premiere. „Ich bin schrecklich nervös“, gestand der 42-Jährige vor dem Rennen. „Die längste Strecke, die ich bislang gelaufen bin, war ein Marathon.“

Die klassische Marathon-Distanz von 42,195 Kilometern stand an diesem Tag auch auf dem Programm. Drei Stunden nachdem Ines Sulzbacher den Startschuss zum 100-Kilometer-Lauf gegeben hatte, nahm die Präsidentin der HNT noch einmal die Pistole in die Hand. Um 9 Uhr eröffnete sie den zweiten Teil des Lauf-Events. Neben den Marathonläufern schickte sie auch die Teilnehmer für den 50-Kilometer-Lauf und 27 Staffeln auf den Weg. Es gab zwei Staffel-Varianten: Entweder bestand ein Team aus zehn Läufern, von denen jeder zehn Kilometer absolvierte, oder aus 20 Sportlern, die jeweils fünf Kilometer liefen.

Der Regen trieb viele Zuschauer ins Trockene

Mit dem Start der Staffeln stieg auch die Stimmung an der Strecke. Während die Sportler auf dem fünf Kilometer langen Rundkurs Meter um Meter absolvierten, fanden sich besonders im Start- und Zielbereich immer mehr Zuschauer ein. Das lag auch daran, dass bis zu diesem Zeitpunkt das Wetter gehalten hatte. Doch der zum Teil böige Wind und die dunkle Wolkendecke ließen Schlimmes erahnen. Und so kam es dann auch. Gegen 11 Uhr setzte der Regen ein. Und einmal angefangen, wollte er auch so schnell nicht mehr aufhören.

Viele der Zuschauer flüchteten daraufhin ins Trockene, zum Beispiel ins anliegende Vereinshaus der HNT. In dem zur „Cafeteria“ ernannten Saal gab es Gelegenheit, sich etwas aufzuwärmen. Zudem konnten die Besucher einen Blick in die Geschichte der HNT werfen. In einer kleinen Ausstellung präsentierte die Turnerschaft Fotos aus 100 Jahren Vereinsleben. „Wir haben hier die Personen abgebildet, die über Jahre ehrenamtlich im Verein gearbeitet haben, und auch alle Abteilungen“, erklärte Kumar Tschana, Jugendwart der HNT.

Trotz des schlechten Wetters hielten die Läufer durch

Auf der Strecke hatten die Sportler unterdessen keine Zeit für eine Regenpause. Für sie hieß es trotz Wind und Regen: durchhalten und auf besseres Wetter hoffen. Aber das blieb zunächst einmal aus. Stattdessen regnete es sich ein. Was die Läufer aber nicht davon abhielt, Runde um Runde auf der abgesperrten Bundesstraße zu drehen. Diese blieb bis zum Abend hin nur für Anlieger und den Busverkehr zum Teil geöffnet. Ansonsten gehörte sie in dem zweieinhalb Kilometer langen Abschnitt zwischen Neugraben und Hausbruch ganz und gar den inzwischen völlig durchnässten Läufern.

Erst zum Abend hin kam dann sogar mal wieder die Sonne durch. Zu diesem Zeitpunkt war Johannes Haßlinger schon längst wieder im Trockenen. Der 32-Jährige von der LG Nienburg hatte trotz der widrigen Umstände die 100 Kilometer in beachtlichen 7:42:57 Stunden hinter sich gebracht. Damit war er mit Abstand der Schnellste über diese Distanz. Der Zweitplatzierte, Ralf Vollmer vom SV Rot-Gelb Hamburg, kam rund eine Stunde später ins Ziel (8:37:49). Monika Belau absolvierte die Strecke als Bessere der zwei Teilnehmerinnen in 9:33:47 Stunden; Frank Schliefkowitz kam bei seiner 100-Kilometer-Premiere knapp vor ihr als Fünfter ins Ziel (9:23:34).

Nur das Wetter hat nicht mitgespielt

Letztlich konnte jeder, der an diesem Tag das Ziel erreicht hat, mit seiner Leistung zufrieden sein. Das galt auch für die rund 50 Helfer und Helferinnen des Vereins, die das Event auf die Beine gestellt haben. Es habe alles perfekt geklappt, sagte Organisator Mark Schepanski am Ende, nur das Wetter habe nicht mitgespielt.

Ergebnislisten

Text, Fotos & Video: Alexander Mohr

Kurz-URL: http://www.hh-zeitung.de/?p=3778

geschrieben von bei Jun 23 2011. abgelegt unter Allgemein, Filme, Harburg, Meldungen, Politik Wirtschaft Gesellschaft, Sport. Antworten verfolgen RSS 2.0. Zum Ende gehen und eine Reaktion schreiben.

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